Das Führungszeugnis wird mit anderen Worten als Strafregisterauszug oder Strafregisterbescheinigung bezeichnet. Es beinhaltet Informationen hierüber, ob jemand vorbestraft ist oder nicht. Damit dient es zum Beispiel als Nachweis über die Unschuld oder Strafen einer Person. Dieses Dokument wird unter anderem von Behörden oder Arbeitgeber angefordert. Es stellt einen behördlichen Auszug über die bislang registrierten Straftaten einer Person dar. Ab dem 14. vollendeten Lebensjahr ist es möglich, die Strafregisterbescheinigung im Bonner Bundeszentralregister zu beantragen. Dort werden die jeweiligen Vorstrafen geführt. Ob und wie lange die Vorstrafen in diesem Register gespeichert und Auskünfte hierüber erteilt werden, kann man aus den Vorschriften des Bundeszentralregistergesetzes entnehmen. Allerdings erfolgt nicht die Übernahme aller Verurteilungen in den Strafregisterauszug, auch wenn sie im Bundeszentralregister stehen. Nicht übernommen werden zum Beispiel Jugendstrafen bis zu einer gewissen Höhe, erstmalige Geldstrafen unter 90 Tagessätzen und Freiheitsstrafen unter drei Monaten.

Führungszeugnis

Arten von Strafregisterbescheinigungen

Es sind Führungszeugnisse für private Zwecke, für eine Behörde, erweiterte und europäische Strafregisterauszüge erhältlich. Das private Führungszeugnis ist auf Verlangen einem Arbeitgeber vorzulegen. Es wird unmittelbar von dem Bundesamt für Justiz an die Meldeanschrift des Betroffenen versandt. Die Übersendung der behördlichen Strafregisterbescheinigung erfolgt an die genannte deutsche staatliche Dienststelle. Bei diesen Dokumenten ist der Verwendungszweck anzugeben. Wenn man vor dem Versenden des Strafregisterauszugs selbst Einsicht nehmen will, kann das bei einem beliebigen Amtsgericht stattfinden. Die erweiterte Strafregisterbescheinigung wird erteilt, wenn der Betroffene eine ehrenamtliche oder berufliche Betreuung, Beaufsichtigung, Erziehung, Betreuung oder Ausbildung von Minderjährigen aufnimmt. Wer einen derartigen Antrag stellt, muss eine Aufforderung vorlegen, in welche die Person, welche den erweiterten Strafregisterauszug verlangt, bestätigt, dass oben genannte Voraussetzungen gegeben sind. Seit dem 27. April 2012 können die in Deutschland lebenden Staatsangehörigen von weiteren Mitgliedsstaaten der Europäischen Union die europäische Strafregisterbescheinigung beantragen. Es gibt sowohl über den Inhalt des Bundeszentralregisters Auskunft als auch über den des Herkunftslandes. Man sollte allerdings beachten, dass weder eine inhaltliche Kontrolle der aufgeführten Angaben noch eine Übersetzung stattfindet.